Der Dokumentarfilm "Materia Prima" und Gespräch mit dem Regisseur Jens Schanze
am 08. November ab 11 Uhr im Kino Center Weißenburg
Jeder Rohstoff ist der Beginn einer Geschichte
Lithium ist unverzichtbar für die Energiewende. An keinem Ort der Welt gibt es mehr von dem begehrten Metall als im Hochland Boliviens. Ohne Lithium würde kein Stromspeicher, kein Rechenzentrum, kein Elektroauto und kein Smartphone funktionieren.
Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten.
Die Bolivianer wollen ihn, um die Armut zu bekämpfen.
Während die bolivianische Regierung mit Unternehmen aus aller Welt verhandelt, mobilisieren sich in ländlichen Gebieten zivilgesellschaftliche Gruppen, die haupt-sächlich von Frauen organisiert werden.
Der Film bietet einen seltenen Einblick in die Strategie der Europäer, sich das dringend benötigte Material zu sichern. Er macht die gegensätzlichen Interessen bezüglich des Rohstoffabbaus und der Industrialisierung in einem Land des sogenannten globalen Südens sichtbar.
Die Gegenwart wird von fünfhundert Jahren Kolonialgeschichte überschattet. Die Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert verändert den Blick auf die heutige Welt und wirft die Frage auf: Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?
Sehen Sie einen Film, der zum Nachdenken anregt, berührt und noch lange nachwirkt. Seien Sie dabei und erleben Sie eine besondere Kino Matinee in Anwesenheit des Regisseurs!
Eine Kooperation mit dem
DOK.fest München 2027
und dem
Kino Center Weißenburg
Weitere Infos zum Film:
Jens Schanze, Regisseur und Produzent, begann ein Studium der Forstwissenschaft, bevor er an der HFF München Dokumentarfilm studierte. Zusammen mit judith Malek-Mahdavi gründete er die Produktionsfirma Mascha Film. Zu seinen Firmen gehören OTZENRATHER SPRUNG (2001) WINTERKINDER (2005), PLUG & PRAY (2010) und LA BUENA VIDA (2015). Sie wurden weltweit auf Festivals mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er lehrt als Professor für Film und Videodesign an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.
"Nicht weit entfernt vom Rheinischen Braunkohlerevier bin ich aufgewachsen. Die Umsiedlung von Ortschaften und der Verlust sozialer Bindungen in den Dorfgemeinschaften waren Themen eines frühen Films. Nachdem ich in den 1990er Jahren 12 Monate in Bolivien gelebt hatte, begann ich, den Kampf um Rohstoffe im Kontext von Kolonialismus und globaler Gerechtigkeit zu verfolgen.
Auf den Salzebenen Boliviens hat der industrielle Rohstoffabbau noch nicht begonnen. Die Erzählung in MATERIA PRIMA kann sich daher auf die Erwartungen der Beteiligten und die Verhandlungen zwischen ihnen konzentrieren. Welches Bild haben die Akteure voneinander? Welche Rolle spielt die Erfahrung des Kolonialismus in ihrem Denken und bei ihren Entscheidungen? Wie interagieren die verschiedenen Seiten miteinander? Welche Form der Beteiligung der lokalen Bevölkerung wird angestrebt, und von wem? Ist nachhaltiger Bergbau möglich oder ein Widerspruch in sich?
Dank der langen Produktionszeit von fast sechs Jahren konnten wir ein Netzwerk in Bolivien aufbauen und Zugang zu allen Beteiligten erhalten: Dorfgemeinschaften, EU-Diplomaten, EU-Unternehmen, bolivianische Regierung. Als Ergebnis ist eine multiperspektivische Erzählung entstanden."
Auf den Salzebenen Boliviens hat der industrielle Rohstoffabbau noch nicht begonnen. Die Erzählung in MATERIA PRIMA kann sich daher auf die Erwartungen der Beteiligten und die Verhandlungen zwischen ihnen konzentrieren. Welches Bild haben die Akteure voneinander? Welche Rolle spielt die Erfahrung des Kolonialismus in ihrem Denken und bei ihren Entscheidungen? Wie interagieren die verschiedenen Seiten miteinander? Welche Form der Beteiligung der lokalen Bevölkerung wird angestrebt, und von wem? Ist nachhaltiger Bergbau möglich oder ein Widerspruch in sich?
Dank der langen Produktionszeit von fast sechs Jahren konnten wir ein Netzwerk in Bolivien aufbauen und Zugang zu allen Beteiligten erhalten: Dorfgemeinschaften, EU-Diplomaten, EU-Unternehmen, bolivianische Regierung. Als Ergebnis ist eine multiperspektivische Erzählung entstanden."





